Dreamer

Willkommen zum Spiel der Feen, zu "Wechselbalg/Changeling" in der "World of Darkness".

Die "Welt der Dunkelheit" ist eine Welt, die der unseren sehr ähnlich ist. Ja eigentlich sieht es dort genauso aus wie es auch hier aussieht. Es sind die selben Länder und Städte mit den selben Menschen, Tieren und Pflanzen. Ein Unterschied besteht allerdings darin, dass in dieser Welt Wesen agieren, wie wir sie nicht kennen (oder haben wir sie bis jetzt nur nicht bemerkt?): Feen (auch "Wechselbälger", "Faeries", "Changelings" genannt) und Schimären (erträumte Wesen und Gegenstände). Die "Welt der Dunkelheit" ist aber auch düsterer und dunkler als unsere Welt. Die "Natur"-Katastrophen sind gewaltiger, das Elend und die Armut dramatischer, die Umweltverschmutzung ist weiter fortgeschritten und, was für Feen besonders dramatisch ist, die Menschen träumen weniger.

Denn die Feen existieren nur, weil sie erträumt wurden. Die Substanz, die Feen zu Feen macht, ist unsterblich (es sei denn sie sterben durch kaltgeschmiedetes Eisen) und wird immer wiedergeboren. Sterblich ist dagegen die fleischliche Hülle. Wechselbälger/Changelings sind eigentlich Hybriden: halb Mensch, halb Fee. Die Realität des Phantastischen ist die Frage des Betrachtungswinkels. Das heißt, ob Feen als Feen erkannt werden liegt daran, wie sie von anderen Feen betrachtet werden (Menschen können in ihnen nur Menschen sehen); ob der Holzstab nicht auch ein tödliches schimärisches Schwert sein kann, können nur die beantworten, die es sich vorstellen können und das so sehen wollen. Nur wer nicht an Feen glaubt, behauptet, dass Drachen ein Produkt blühender Phantasie wären.

Es gibt verschiedene Familien der Feen: Boggan/Heinzelmännchen (fleißig und strebsam), Eshu (reisend und weise), Nocker/Nöcker (fluchend und bastelnd), Pooka (trickreich und lügend), Redcaps/Rotkappen (brutal und gefräßig), Satyr/Satyre (lustvoll und leidenschaftlich), Sidhe (schön und adelig), Sluagh (flüsternd und geheimnisvoll), Trolle (riesig und standfest) und noch einige andere mehr... Alle Feen verfügen über die Möglichkeit Magie zu bewirken. Sie nennen diese Magie "Cantrips" ("Zaubertricks") dabei können sie verschiedene "Künste/Arts" mit unterschiedlichen Objekten ("Realms"/"Reichen") kombiniert werden. Zuvor muss dem Cantrip allerdings die Quintessenz der Träume ("Glamour") zugeführt und ihre oft launischen Bedingungen ("Bunk"/"Schelmenspiel") erfüllt werden. Manche Feen sind in Häusern des Adels organisiert, andere leben als "Freie" und "Gemeine" ("Commoner"). Wie ihr seht, ist die Gesellschaft der Feen ähnlich einer konstitutionellen Monarchie. Auf der einen Seite gibt es den Adel (meist, aber nicht immer, bestehend aus den Sidhe), mit einem gemischt besetzten Parlament ("Parliament of Dream") und auf der anderen Seite gibt es eine weitaus größere Gruppe an Gemeinen. Außerdem gibt es eine traditionelle Rivalität zwischen den lichten, traditionellen, bewahrenden Feen ("seelie faries") und den finsteren, unorthodoxen, erneuernden Feen ("unseelie faries").

In lang vergangenen Zeiten waren die Feen noch keine Hybriden, sie lebten mit den Menschen zusammen. Die reale Welt und das Reich der Träume ("Dreaming") waren eine einzige Welt. Die seelie und unseelie Höfe bekämpften sich, bis sich darauf geeinigt wurde, die Regentschaft aufzuteilen (die Lichten regierten im Sommerhalbjahr, die Finsteren im Winterhalbjahr). Dann kam die Zeit der Aufklärung und der Logik, mit ihr starb die Phantasie und verlöschten die Träume. Die Feen mussten von dieser kalten Welt fliehen, sie flüchteten in das Reich der Träume nach Arcadia. Sie verschlossen die Tore Arcadias und brachen die Brücken zur rationalen Welt ab. Aber nicht allen Feen gelang die Flucht. Während die meisten Adeligen sich in Arcadia in Sicherheit brachten, waren der Großteil der Feen, die Gemeinen, dazu gezwungen, sich mit der kalten Banalität zu arrangieren. Dies gelang ihnen, indem sie zu Hybriden wurden: gleichzeitig fleischliche Menschen und schimärische Feen. Waren die Feen früher entweder seelie oder unseelie, so wurden in dieser Zeit die beiden konträren Aspekte der Höfe in jedem Feenwesen vereinigt.

Mit der Mondlandung 1969 begannen die Menschen wieder an das Unvorstellbare zu glauben und ihre Träume öffneten die Tore Arcadias. Die adeligen Sidhe kamen zurück, um ihre Länderein wieder in Besitz zu nehmen. Da die Gemeinen aber die ganze Zeit die heiligen Zentren ("Freistätten"/"Freeholds") geschützt hatten, wollten sie diese nicht freiwillig räumen und so brach ein Bürgerkrieg aus. Dieser endete mit der Einführung der konstitutionellen Monarchie und mehr Rechten für die Gemeinen als eine Art Kompromiss; so in den USA. In den anderen Orten auf der Erde lief es teilweise anders ab: in Skandinavien wurden die Sidhe freudig von den Trollen begrüßte, Frankreich fiel nach heftigen Kämpfen an die Sidhe, Deutschland dagegen an die Gemeinen. Die Gefolgsleute des Seelie Hofes setzten sich mehrheitlich durch und behielten die tatsächliche Regentschaft nun auch während des Winterhalbjahres bei. Jetzt mag bei euch vielleicht der Endruck entstanden sein, die Straßen der "World of Darkness" seien überfüllt mit Schimären und Feen, aber dem ist leider nicht mehr so. Es sind nur noch wenige übrig geblieben, die wissen, dass sie einen Feenanteil in sich tragen und um ihr Überleben kämpfen. Und sie fürchten sich nur vor zwei Dingen: Dem Tod durch kaltgeschmiedetem Eisen, der den Zyklus der Reinkarnation für immer unterbricht und daß sie vergessen könnten ein Feenwesen zu sein. was sich bewahrheiten sollte, dass diese Zeit, die Gegenwart, der Herbst ist, dem ein langer Winter folgt, aus dem es möglicherweise keine Erneuerung, kein Erwachen mehr geben wird? Denn was ist, wenn sich bewahrheiten sollte, dass diese Zeit, die Gegenwart, der Herbst ist, dem ein langer Winter folgt, aus dem es möglicherweise keine Erneuerung, kein Erwachen mehr geben wird?

(Danke an Vlad für's Korrekturlesen und Verbessern)

 

Offizielle QuickStart Anleitung für Changeling (First Edition) von White-Wolf
(Kopie von QuickStart.PDF auf finstere-zeiten.de)